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	<title>chiemsee - Kilian Schönberger Photography</title>
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		<title>Bildbesprechung: Warum dieses Foto unter ekligen Bedingungen entstand</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 13:19:08 +0000</pubDate>
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Kamera: Nikon Z8&nbsp;

Objektiv: Nikon 14-24mm f4

Exifs: 14mm | 0,8s | f/16 | iso100</pre>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Der Drachenschwanz am Chiemsee</b></p>
<p>Wer an Landschaftsfotografie denkt, hat oft schöne Landschaften und unberührte Natur vor Augen. Aber natürlich zeigen Fotografen nur einen bewusst gewählten Ausschnitt der Umgebung. Ein klassisches Beispiel wären Liftanlagen der Skigebiete in den Dolomiten &#8211; würde man den üblichen Landschaftsfotos vertrauen, könnte man auf die Idee bekommen, dass es dort kaum Wintertourismus gibt. Das Gegenteil ist der Fall: An vielen Ecken sind die Dolomiten sogar übererschlossen und es ist gar nicht so leicht, die Ski-Infrastruktur aus dem Bild herauszuhalten. Letztendlich geht es bei solchen Ausblendungen aber vor allem darum, der “visuellen Belästigung” der Betrachter vorzubeugen.&nbsp;</p>
<p>Die Fotografen werden darüber hinaus noch mit anderen Sinneseindrücken konfrontiert. Gerade an touristischen Hotspots. Dieses Bild gehört sicherlich zu den Top 3 der unangenehmsten Aufnahmesituationen. Es entstand an einer wenig malerischen Ecke des Chiemsees &#8211; am Autobahnparkplatz an der A8.&nbsp;</p>
<p>Am Parkplatz selbst kann man an der Ufermauer noch relativ gut fotografieren. Nur der vorbei donnernde Verkehr wirkt sich negativ auf den Hörsinn aus. Für diejenigen, die sich der Wasserlinie nähern, beginnt dagegen ein Hindernislauf. Direkt unterhalb der Mauer warten Glasscherben und volle Windeln. Zwischen den Bäumen riecht es unangenehm nach Urin, menschliche Tretminen sind (vielleicht zum Glück) mit weißen Tüchern markiert. Da heißt es: Augen auf &#8211; nicht zu &#8211; und schnell durch. Der Schotter am Seeufer war dann zum Glück verhältnismäßig sauber.&nbsp;</p>

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			<p>Warum tut man sich diese Lärm-, Augen- und Geruchsbelästigung dann überhaupt an? Weil dort am Parkplatz eine ungewöhnliche geologische Formation zu finden ist, die ich unbedingt mal fotografieren wollte. Für mich ist es immer eine spannende Herausforderung, auch an bekannten Orten noch neue Blicke und Kompositionen zu finden. So auch am Chiemsee. Im Frühjahr war der Seespiegel durch die magere Schneeschmelze 2025 extrem niedrig (hundertjähriges Minimum). Dadurch tauchten am Seeufer Strukturen auf, die normalerweise dezimeterhoch unter der Wasseroberfläche liegen. Am Autobahnparkplatz sieht man unter normalen Bedingungen kleine Steine aus dem Wasser ragen &#8211; durch den abgesunkenen Seespiegel schaute die komplette Felsstruktur heraus. Ich nenne sie den “Chiemsee Drachenschwanz”. Beobachtet hatte ich mein zukünftiges Motiv zuvor beim Vorbeifahren. Dabei handelt es sich um Sandsteinrippen der sogenannten “Baumannschichten”, die durch die Auffaltung der Alpen senkrecht gestellt wurden. Die geologische Struktur fand ich für den Chiemsee ungewöhnlich, daher begann ich ein Bild zu planen.&nbsp;</p>

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			<p>Ich wählte einen wolkenverhangenen Morgen für die Aufnahme, fast metallisch lag der Seespiegel vor mir, durchschnitten vom Felsriegel. Richtung Sonnenaufgang zeigte sich am Horizont ein leichtes Leuchten, was ein wenig Hoffnung in die düstere Stimmung zeichnete. Schon bei der Aufnahme vergaß ich schnell den Lärm und den Parkplatz hinter mir &#8211; meine Konzentration galt dem weiten See vor mir. Eine Herausforderung war, die Felsen möglichst harmonisch in die Komposition einzubauen. Generell ein spannender Morgen &#8211; trotz der etwas abstoßenden Umgebung. Ich hatte das Gefühl, etwas Neues erschaffen zu haben. Natürlich gibt es spektakulärere Spots, aber Innovation gehört meiner Meinung nach zu den wichtigen Tugenden in der Landschaftsfotografie.&nbsp;</p>
<p>Nachdem ich mit meinen Bildern durch war, kamen noch zwei Mitarbeiter vom Straßendienst zu mir an den schmalen Kiesstrand. So endete der Morgen mit einem netten Gespräch über den Verkehr, den See und den Chiemgau.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>

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		<title>Bildbesprechung: Wenn der Himmel brennt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[KSP]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 13:57:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kamera: Nikon Z8&#160; Objektiv: Nikon 24-120mm f4 Exifs: 38mm &#124; 1/100s &#124; f/10 &#124; iso200 Bildbesprechung: Wenn der Himmel brennt…</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-22241 size-full" src="https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys.jpg" alt="Chiemsee Sonnenaufgang" width="1200" height="800" srcset="https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys.jpg 1200w, https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys-300x200.jpg 300w, https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys-1024x683.jpg 1024w, https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys-768x512.jpg 768w, https://kilianschoenberger.de/wp-content/uploads/DSC_7893-2-copyssssssk-copys-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<pre>
Kamera: Nikon Z8&nbsp;

Objektiv: Nikon 24-120mm f4

Exifs: 38mm | 1/100s | f/10 | iso200</pre>
<p><b>Bildbesprechung: Wenn der Himmel brennt…</b></p>
<p>Seit meinem Umzug zurück nach Bayern im Jahr 2021 sage ich meist: „Ich wohne direkt am Chiemsee“, wenn mich jemand nach meinem Wohnort fragt. Genauer gesagt: in Bernau. Der See und ich – das war keine Liebe auf den ersten Blick. Aber wir haben uns gefunden.</p>
<p>Schon in meiner Jugend war ich regelmäßig in der Region unterwegs, meist zu Berglauf-Wettbewerben. Die umliegenden Gipfel sind mir daher vertraut. 2014 war ich erstmals gezielt zum Fotografieren am Chiemsee, 2019 verbrachte ich mit meiner Familie einige Wochen Elternzeit dort. Und 2021 folgte dann der Umzug von Köln an das Bayerische Meer.</p>
<p>Im Gegensatz zu anderen bekannten Fotospots wie dem Hintersee, Eibsee oder Geroldsee gibt es am Chiemsee nicht <i>den</i> einen perfekten Aussichtspunkt. Der See ist zu groß und zu facettenreich – je nach Wetterlage und Jahreszeit wirken bestimmte Stege oder Uferabschnitte mal mehr, mal weniger eindrucksvoll. Diese Vielfalt erforderte eine gewisse Kennenlernphase. Inzwischen ist mein Portfolio an Chiemsee-Aufnahmen deutlich gewachsen – darunter auch einige spektakuläre Motive wie Nordlicht, Blitzspiegelungen oder Mammatus-Wolken.</p>
<p>Meistens bin ich abends unterwegs – oft nur für 30 Minuten, wenn sich eine besondere Lichtstimmung zum Sonnenuntergang andeutet. Viele dieser Bilder veröffentliche ich gar nicht. Diese kurzen Ausflüge dienen eher der Entspannung: bewusstes Schauen, Neues entdecken, die fast schon meditative Abendstimmung genießen.</p>
<p>Auch morgens zieht es mich immer wieder an den See – meist dann, wenn ich mich spontan zwischen mehreren Optionen entscheiden muss und der Chiemsee die naheliegendste Wahl ist. So war es auch an dem Morgen, an dem dieses Bild entstanden ist.</p>
<p>Der Himmel wirkte zunächst wenig vielversprechend. Zwar lag etwas Bodennebel über dem Wasser, doch in Richtung Osten blockierten dichte Wolkenschleier scheinbar das Morgenlicht. Bis kurz vor Sonnenaufgang tat sich kaum etwas. Also verwarf ich meinen ursprünglichen Plan und fuhr in der Nähe von Rimsting ans Ufer. Meistens versuche ich, zur Blauen Stunde schon vor Ort zu sein – diesmal wurde es knapp. Plötzlich veränderte scih die Farbdynamik des Himmels, und ich hatte nur mehr wenige Minuten bis Sonnenaufgang.&nbsp;</p>
<p>Ich überlegte mir rasch ein Bildkonzept: Die ruhige Wasseroberfläche sollte als Spiegelungselement in die Komposition eingebunden werden.&nbsp;</p>
<p>Neben dem späten Einsetzen der Lichtstimmung war es vor allem die Wolkendynamik, die mich faszinierte: Bodennebel lag über dem See, darüber eine Schicht hoher Wolken mit vereinzelten Lücken – und etwa 200 Meter über dem Wasser eine tiefe Stratusschicht. Die hohen Wolken und der Stratus bewegten sich in entgegengesetzte Richtungen – ein spannendes ganz und gar in goldenes Licht getauchtes Schauspiel.</p>
<p>Als Eyecatcher wählte ich ein kleines Bootshaus am Ende einer Baumreihe. Anders als viele Kolleginnen und Kollegen arbeite ich bei solchen Aufnahmen selten mit Graufiltern für Langzeitbelichtungen. Ich bevorzuge ruhige oder leicht gekräuselte Wasseroberflächen. In diesem Fall erinnerte mich die feine Wellenstruktur an eine goldene Folie.</p>
<p>Aufgenommen mit dem Nikkor Z 24-120mm f4 und der Nikon Z8 vom Gitzo Traveller Stativ. Gerade bei schnell wechselnden Bedingungen schätze ich die Versatilität dieses Objektivs.</p>
<p>Der Chiemsee überrascht mich immer wieder – gerade an jenen Tagen, an denen ich schon fast sicher bin, ohne ein besonderes Bild nach Hause zu fahren.</p>
<p>Bildbearbeitung: Kontraste &amp; Farben angepasst, Boje weggestempelt</p><p>The post <a href="https://kilianschoenberger.de/bildbesprechung-wenn-der-himmel-brennt/">Bildbesprechung: Wenn der Himmel brennt</a> first appeared on <a href="https://kilianschoenberger.de">Kilian Schönberger Photography</a>.</p>]]></content:encoded>
					
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